30. September 2026
Passwortmanager für Einsteiger: ein Passwort pro Seite, ohne sie sich zu merken
Ein Passwort für alles ist bequem, aber riskant. Wird eine einzige Webseite gehackt, probieren Angreifer die erbeuteten Zugangsdaten automatisch bei E-Mail, Online-Banking und Shops aus. Die Lösung ist ein eigenes Passwort pro Seite. Merken kann sich das niemand. Dafür gibt es Passwortmanager.
Was ein Passwortmanager macht
Ein Passwortmanager ist ein verschlüsselter Tresor. Du merkst dir nur noch ein einziges, langes Passwort, das den Tresor öffnet. Alles andere übernimmt das Programm:
- Passwörter erzeugen. Bei der Registrierung schlägt er ein starkes, zufälliges Passwort vor.
- Passwörter speichern. Meldest du dich an, erkennt er die Zugangsdaten und fragt, ob er sie speichern soll.
- Passwörter ausfüllen. Beim nächsten Besuch wählst du den Eintrag oben auf der Login-Seite aus, und die Felder werden gefüllt.
Ich nutze 1Password. Die Funktionen unten sind dort so dokumentiert. Andere Passwortmanager arbeiten nach dem gleichen Prinzip.
Auf allen Geräten
Das ist der Punkt, den viele nicht wissen: Ein Passwortmanager füllt nicht nur im Browser am Computer aus, sondern auch auf dem Handy, in Apps und auf Webseiten.
- Computer: Eine Browser-Erweiterung speichert und füllt Passwörter auf Mac, Windows und Linux.
- iPhone und iPad: Unter Einstellungen → Allgemein → AutoFill & Passwörter aktivierst du 1Password. Danach erscheint beim Anmelden in Apps und auf Webseiten ein Schlüssel-Symbol auf der Tastatur (Anleitung).
- Android: In der App unter Settings → Autofill aktivierst du das Ausfüllen. In Chrome und Brave musst du zusätzlich in den Browser-Einstellungen das Ausfüllen über einen anderen Dienst erlauben (Anleitung).
Auch Passkeys, die neuere Anmeldung ohne Passwort, lassen sich auf iPhone und Android speichern und verwenden.
Du musst also kein Passwort tippen und keines kennen. Alle Geräte greifen auf denselben Tresor zu.
Einen Schritt weiter: eine E-Mail-Adresse pro Dienst
Auch die E-Mail-Adresse ist beim Anmelden ein Merkmal, das überall gleich ist. Wird eine Seite gehackt, hat der Angreifer deine Adresse und schickt Spam oder Phishing. Du kannst stattdessen für jeden Dienst eine eigene Adresse verwenden, die alle in dasselbe Postfach zustellen. Das Prinzip heisst je nach Anbieter anders:
- Apple: Hide My Email gehört zu iCloud+. Du erzeugst die Adressen in Safari, Mail oder den Einstellungen und kannst über sie auch antworten.
- Proton: Heisst dort Hide-my-email aliases und steckt in Proton Pass und Proton Mail. SimpleLogin gehört zu Proton, bestehende SimpleLogin-Aliase lassen sich mit Proton Pass synchronisieren. Kostenlos gibt es bis zu 10 Aliase, für unbegrenzt viele und zum Antworten brauchst du ein bezahltes Abo.
- Fastmail: Heisst Masked Email. 1Password verbindet sich damit und erzeugt die Adresse direkt bei der Anmeldung.
Der Vorteil: Bekommst du Spam an eine dieser Adressen, weisst du, welcher Dienst sie verloren hat. Und du schaltest genau diese Adresse ab, ohne dass etwas anderes betroffen ist.
Wie ich das mit einer eigenen Domain löse, sodass ich von jeder Adresse aus antworten kann, beschreibe ich im Artikel Eine E-Mail-Adresse pro Dienst mit eigener Domain und Fastmail.
Wo du anfängst
- Passwortmanager installieren und ein langes Passwort für den Tresor wählen.
- Auf dem Handy und im Browser das Ausfüllen aktivieren.
- Bei jeder Anmeldung ein neues Passwort erzeugen lassen. Bestehende Konten stellst du nach und nach um, beginnend mit E-Mail und Banking.
Wenn du Unterstützung bei der Einrichtung für dich oder dein Team möchtest, melde dich gerne.